Echo of untouched matter

15. Januar – 20. März 2016

Atsushi Wada
Jason Fulford
Katrin Petroschkat
Ryan Thompson
Shimabuku
Ulrich Gebert

<p>Ulrich Gebert, UR (1286), 2015</p>

Ulrich Gebert, UR (1286), 2015

Eröffnung 14.01.2016, 19h

Unübersehbar formt und verändert die Menschheit den Planeten nach ihrer Vorstellung.
Intelligenz erscheint dabei als Maß der Dinge und als Sockel, von dem aus alles Leben betrachtet, definiert, zu- und eingeordnet wird. Umgehend wurde dieses neue Erdzeitalter der Menschen, die Ära seiner zivilisierten Dominanz benannt: Das sogenannte Anthropozän klingt ein bisschen nach Kopfschmerztabletten, die den Kater nach der Party auch nicht wirklich kurieren können. Was war gestern? Blackout.
Und doch schwingt, leise aber deutlich, eine Sehnsucht der Menschen nach einer höheren Instanz, einem übergeordneten Etwas, dessen Teil sie sind. Wissbegier, eine rührende Neugier und vielleicht auch ein schlechtes Gewissen, befeuern unser Interesse an der Natur und unseren Verbindungen zu einem grossen biologischen System.
Bei allen Versuchen, andere Existenzen zu erkunden, bleibt ein für Menschen quälender Zustand – die Erklärungsnot. Diese könnte jedoch irgendwann zu einem befreienden Gefühl werden: Wenn man akzeptiert, dass fast alle Lebewesen und Lebensformen, die um und mit uns existieren, deutlich mehr Evolutionserfahrung haben, könnte sich Besonnenheit als andere Art der Naturwissenschaft ausbreiten.
Echo of untouched matter erzählt vom menschlichen Wissens- und Schaffensdrang und verfolgt Ideen einer freundlichen Koexistenz von Lebensformen. Mit einem respektvollen oder verwunderten Blick, erforschen sechs Künstler aus Nordamerika, Japan und München die Beziehung des Menschen zu anderen Lebewesen und seiner Umwelt. Es entstehen Werke im Spannungsfeld der erlebten Gegenwart und der grossräumigen Erdgeschichte: Wadas Animationsfilme stellen eigenartige Rituale zwischen Mensch und Tier dar, in seiner Fotoserie grast Gebert auf dem Feld der vermeintlichen Authentizität von lange verlorenen Urtieren oder Bildern und Petroschkats Klanginstallation spielen das Mantra auf die Photosynthese. Arrangements von Shimabuku zur freundschaftlichen Kontaktaufnahme mit Meeresbewohnern helfen, die kommunikativen Barrieren zwischen Lebewesen und ihren verschiedenen Lebensformen zu überwinden, Thompsons tragische Archäologie wirkt befreiend und die Spuren- und Sporensuche von Fulford führen in komplexe Netzwerke zwischen Struktur und Chaos.
Wir begrüssen sie in einer Ausstellung in der Pilze, Algen, Bäume, Steine, Hasen, Phänomene, Seepferde und auch dicke Jungs oder andere intelligente Trockennasenaffen miteinander in Verbindung treten.
PS: Der Pilz des Jahres 2016 ist der Lilastielige Rötelrittling.

Ein neuer Text von Thomas Palzer entstand anlässlich der Ausstellung.
>> Zum Download von Falsche Hasen

einen schönen Kommentar zur Ausstellung verfasste Christoph Sehl bei Reflektor M:
Kommentar hier

 

Atsushi Wada
Jason Fulford
Katrin Petroschkat
Ryan Thompson
Shimabuku

<p>Ryan Thompson, Hot Rocks</p>

Ryan Thompson, Hot Rocks

<p>Atsushi Wada, The mechanism of spring</p>

Atsushi Wada, The mechanism of spring

<p>Jason Fulford, The Mushroom Collector</p>

Jason Fulford, The Mushroom Collector

<p>Shimabuku<br />
Leaves Swim / Videostill</p>

Shimabuku
Leaves Swim / Videostill

<p>Katrin Petroschkat</p>

Katrin Petroschkat

<p>Shimabuku</p>

Shimabuku

<p>Atsushi Wada</p>

Atsushi Wada

<p>Jason Fulford</p>

Jason Fulford

<p>Ryan Thompson</p>

Ryan Thompson

<p>18/1 poster by mayfried/grundler. motiv: ulrich gebert.</p>

18/1 poster by mayfried/grundler. motiv: ulrich gebert.