Verschlingungen. Einführung in den brasilianischen Hunger

08.07.17 / 18h

Oliver Precht, Mitherausgeber der Buchreihe „Neue Subjektile“, in welcher seine Übersetzung von „Anthropophages Manifest‘ in diesem Jahr erschienen ist, gestaltet gemeinsam mit den brasilianischen Lyrikern, Adelaide Ivánova und Ricardo Domeneck einen performativen Abend. Gelesen wird aus der zur Ausstellung erscheinenden Publikation, die im Verlag Hamann von Mier erscheint.

Die Veranstaltung „Verschlingungen. Einführung in den brasilianischen Hunger“ versucht die allzu verschlungenen Wege, die das Konzept (und die Praxis) der Anthropophagie, der rituellen und symbolischen Menschenfresserei seit der Wiederentdeckung durch den Dichter Oswald de Andrade genommen hat, nicht zu rekonstuieren, sondern vielmehr durch einige entscheidende ‚Verschlingungen‘ hindurch sichtbar zu machen. Nach einem kurzen einführenden Vortrag über die Anthropophagie als Gegenstand der Ethnologie und als Praxis der Dichtung bieten die drei Vortragenden einen multimedialen, exemplarischen Einblick in die inzwischen unüberblickbaren Realisierungen in der Musik, im Film, in der Dichtung und in der Philosophie, die dieser für die gesamte brasilianische Kultur so wichtige Komplex inzwischen erfahren hat. Die einzelnen Versatzstücke werden kommentiert und in einen Zusammenhang gebracht (auch mit wichtigen Fragen der heutigen brasilianischen Gesellschaft), ohne eine geradlinige Geschichte zu erzählen, die es nicht gibt.